Bildungsarbeit & Engagement
Als Interessenverband für Fotograf*innen engagieren wir uns für mehr Sichtbarkeit von FLINTA*-Personen, Gendergerechtigkeit und faire Honorare aller in der Fotografie.
Fotograf*innen verdienen weniger und sind schlechter sichtbar als ihre cis-männlichen Kollegen. In deutschen Studiengängen für Fotografie ist das Geschlechterverhältnis seit einigen Jahren nahezu ausgewogen. Im späteren Berufsleben gibt es aber immer noch deutlich mehr Fotografen als Fotograf*innen; und das Verhältnis gleicht sich auch nur langsam an. Laut Erhebung von Verdi, basierend auf Zahlen der Künstlersozialkasse von 2022 gibt es in der künstlerischen Fotografie, im Fotodesign und in der Werbefotografie einen Frauenanteil von 34 %. Ebenso hoch ist auch der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern. Fotograf*innen verdienen 34 % weniger als ihre männlichen Kollegen und sind damit eines der Schlusslichter beim Gender-Pay-Gap unter Kreativen.
Und wer weniger verdient, kann auch weniger für das Alter vorsorgen. Das zeigt die FREELENS Sozialstudie von 2017. Laut der Umfrage landen 47% der Fotograf*innen in Altersarmut, haben also eine Gesamtrente (inkl. privater Altersvorsorge) von weniger als 750 € im Monat. Bei den Männern liegt der Anteil im Vergleich bei 21%.
Fakt ist außerdem, dass Fotograf*innen weniger sichtbar sind. Sie werden deutlich seltener durch Repräsentanzen oder Galerien vertreten. Hier liegt der FLINTA*-Anteil bis auf wenige Ausnahmen bei unter 20 % (Erhebung des FPC von 2020). Auch bei der Auszählung der Titelbilder deutscher Magazine aus 2024 waren Fotograf*innen der halb so oft vertreten wie ihre männlich gelesenen Kollegen.
Der Female Photoclub setzt sich aktiv dafür ein, diese Ungleichheiten zu adressieren und macht explizit auf die Lage selbstständiger Eltern in der Fotografie aufmerksam. Viele FLINTA*-Personen, die in kreativen Berufen tätig sind, stehen aufgrund der stereotypen gesellschaftlichen Rollenverteilung vor besonderen Herausforderungen, wenn es darum geht, Beruf und Familie zu vereinbaren, da es oft an sozialem Schutz für Selbständige fehlt. Ohne Maßnahmen wie einen angemessenen Mutterschutz oder finanzielle Absicherungen während der Schwangerschaft und Elternzeit laufen viele FLINTA*-Personen Gefahr, durch eine Familiengründung finanzielle und berufliche Nachteile zu erfahren oder sich gar aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen zu müssen. Deswegen engagieren wir uns u.a. im Bündnis Mutterschutz für Selbstständige.
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