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Debora Ruppert: KEIN RAUM – Begegnungen mit Menschen ohne Obdach

Die Straßen leergefegt, der Hauptbahnhof ruhig, Duschräume geschlossen und die Essensausgaben reduzierten ihr Angebot. Es gab kaum Flaschen zum Sammeln, die U-Bahnhöfe waren verwaist und die Straßenzeitung fand kaum Abnehmer.

WIE GEHT ES MENSCHEN, DIE AUF DER STRASSE LEBEN IN DER COVID-19-KRISE?

Die Fotografin Debora Ruppert hat obdachlose Menschen während den beiden „Lockdowns“ auf den Straßen Berlins porträtiert und befragt. Einige dieser Momentaufnahmen sind in der „KEIN RAUM – Begegnungen mit Menschen ohne Obdach“ Ausstellung zu sehen. Der anstehende Winter ist eine extrem schwierige Jahreszeit für Menschen ohne Obdach. Durch Covid-19 wird die Situation zusätzlich verschärft. Viele Menschen, die auf der Straße leben, leiden an Suchterkrankungen, haben gesundheitliche Probleme mit dem Herzen, der Leber oder der Lunge. Sie gehören somit
zu den Risikogruppen. „Stay at home“ ist für sie allerdings keine Option.

DIE STANDORTBESTIMMUNG
In Deutschland ist in den letzten Jahren die Zahl der obdachlosen Menschen stark angestiegen. Nach Schätzungen der Wohnungslosenhilfe sind in der BRD ca. 678.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen (Stand 2018: Aktuellere Zahlen gibt es nicht). Schätzungen gehen von 67% Männern, 25 % Frauen und 8 % Kindern aus. Sie sind in Wohnheimen untergebracht oder übernachten bei Freunden und Bekannten, manche sind obdachlos und leben direkt auf der Straße. In der Nacht vom 29.01.–30.01.2020 fand in Berlin die Nacht der Solidarität stand. Bei dieser bundesweit ersten systematischen Obdachlosenzählung sind 1.976 Menschen auf den Straßen Berlins gezählt worden. Die Dunkelziffer liegt wesentlich höher.

DIE FOTOGRAFIN
Debora Ruppert portraitiert seit 2009 wohnungslose Menschen auf den Straßen Berlins. In ihrer fotografischen Arbeit begibt sie sich auf Spurensuche. Wo leben Menschen, wenn sie keinen Raum in unserer Gesellschaft haben? Sie sucht sie an verborgenen Orten im urbanen Raum auf – unter Brücken, in Parks, unter Treppenaufgängen und in Zeltstädten. Die Fotografin begibt sich in eine Parallelwelt, die direkt vor unserer Haustür existiert. Sie geht auf eine architektonische Spurensuche – zu versteckten öffentlichen Orten, die von Menschen ohne Obdach zu Wohnraum auf Zeit umgewandelt
wurden. Ihre Bilder stellen eine Beziehung her, sind nie voyeuristisch, sondern lassen etwas von der einzigartigen Würde erahnen, die jedem Menschen innewohnt. Die Portraits treten in Dialog mit Menschen, die von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen sind.

www.street-life-berlin.de

 

Datum

11 Dez 2020 - 31 Jan 2021
Läuft aktuell…

Uhrzeit

08:00 - 20:00

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Veranstaltungsort

Rathaus Berlin-Neukölln (Foyer 2. OG)
Karl-Marx-Straße 83, 12043 Berlin
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