Freiberuflich sein und Mutter werden – ein Balanceakt, der viele FLINTA* Personen herausfordert. Mit unserer Ausstellung “Zwischen Auftrag und Elternschaft” möchten wir auf die Situation selbstständiger, werdender Eltern aufmerksam machen. Ein Ausstellungsprojekt für mehr Sichtbarkeit, Solidarität und Unterstützung.
Nach einem club-internen Open Call, bei dem unsere Mitglieder aufgerufen wurden ihre Einzelbilder und Serien zum Thema Mutterschutz und Selbstständigkeit einzureichen, wurden nach einer Jury-Sitzung mit Prof. Katharina Bosse, Toyah Diebel und dem Vorstand des FPC neun Fotograf*innen und ihre Arbeiten ausgewählt.
Ausstellung beim Parlamentarischen Frühstück & Community Event in Berlin

Ausstellung des Female Photoclub beim Community-Event des Mutterschutz für Alle! e.V., im Smartville, Berlin
Beim parlamentarischen Frühstück und – einen Tag später – beim Community-Event für eine breite Öffentlichkeit wurde die Ausstellung erstmalig gezeigt. Die Arbeiten eröffnen vielfältige Perspektiven auf die prekären Bedingungen, die entstehen, wenn grundlegende soziale Absicherungen fehlen.
Im Zentrum der Ausstellung steht dabei die Forderung nach mehr Gerechtigkeit: flexible Regelungen bei der Berechnung von Mutterschutzleistungen und Elterngeld, eine Neubewertung finanzieller Unterstützungen und die Anerkennung der besonderen Situation von Selbstständigen. Die ausgewählten Arbeiten verdeutlichen eindrücklich, wie groß der Handlungsbedarf ist und wie wichtig es ist, die Stimmen derjenigen ernst zu nehmen, die zwischen Selbstständigkeit und Familie balancieren.
Im Rahmen der Aktionswoche stand zunächst ganz konkret der Mutterschutz für Selbstständige im Mittelpunkt. Für die meisten Selbstständigen ist ein vergleichbarer Schutz bislang nicht gegeben; über die Künstlersozialkasse versicherte Personen bilden hier eine Ausnahme.
Zugleich ist in der Aktionswoche deutlich geworden, dass sich politisch etwas bewegt: Beim parlamentarischen Frühstück in Berlin diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über das Forderungspapier des Bündnisses „Mutterschutz für Selbstständige“. Aus allen Fraktionen kamen Signale der Unterstützung, die bestehende Regelungslücke wurde parteiübergreifend als weder zeitgemäß noch gerecht benannt. Die Bundesregierung hat angekündigt, noch in dieser Legislaturperiode an einer Lösung zu arbeiten und gemeinsam mit den zuständigen Ministerien konkrete Modelle zu erarbeiten. Nach Jahren des Stillstands steht der Mutterschutz für selbstständig arbeitende FLINTA*-Personen damit erstmals sichtbar auf der politischen Agenda.

Gruppenfoto zur Enthüllung der Justitia ohne Mutterschutz, Aktion des Bündnisses Mutterschutz für Selbstständige vor dem Bundestag in Berlin
Die Skulptur „Justitia ohne Mutterschutz“ der Künstlerin Stefanie Gornicki, die vor dem Bundestag enthüllt wurde, diente als starkes Symbol für den notwendigen Wandel. Gemeinsam mit der Fotoausstellung „Zwischen Auftrag und Elternschaft“ ist sie als Wanderausstellung konzipiert und soll künftig in ganz Deutschland gezeigt werden. Interessierte Projekträume, Galerien oder Museen können sich bei uns melden.
Das Community-Event des Mutterschutz für Alle! e. V. im smartvillage Neukölln bildete den Abschluss der Aktionswoche. Über 150 Gründer*innen, Freiberufler*innen und Unterstützer*innen kamen zusammen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Es wurden Erfahrungsberichte geteilt, die zeigen, wie tief der fehlende Mutterschutz in das Leben selbstständiger Frauen eingreift – von zusammenbrechenden Geschäftsmodellen nach der Geburt bis hin zu verschobenen Kinderwünschen, weil rechtliche Sicherheit fehlt.
Der Female Photoclub setzt sich für verschiedene Belange von FLINTA*-Personen in der Fotografie ein. Innerhalb des Bündnisses „Mutterschutz für Selbstständige“ liegt der aktuelle Schwerpunkt auf der rechtlichen Verankerung eines Mutterschutzes für alle Selbstständigen. Der Female Photoclub zeigt sich in diesem Zusammenhang solidarisch mit allen selbstständig arbeitenden Personen und vertritt die Interessen von Fotograf*innen – unabhängig davon, ob sie in der KSK versichert sind oder nicht. Das Bündnis wächst kontinuierlich: Inzwischen unterstützen über 45 Organisationen die Forderung nach Mutterschutz für Selbstständige und vertreten gemeinsam rund 650.000 Menschen und Betriebe.

Gruppenfoto beim Community-Event des Mutterschutzes für Alle! e.V., im Smartville, Berlin
Wir bedanken uns herzlich bei allen Fotograf*innen, die ihre Arbeiten eingereicht und teilgenommen haben, bei der Jury, beim Verein Mutterschutz für Alle! e.V. und bei den Sponsoren der Ausstellung.

















