Frau*, Fotograf*in, Freund*in, Mutter, Aktivist*in, etwas dazwischen und noch viel mehr. Die persönliche Individualität scheint in unserer Gegenwart so vielfältig wie nie zuvor. Viele mögliche Identitäten stehen uns im 21. Jahrhundert zur Verfügung. Aber wer möchte ich sein in einer Gegenwart, die vor allem geprägt ist durch gesellschaftliche und ökologische Unsicherheiten? Habe ich überhaupt eine Wahl, diese Person zu werden? Geschlechterrollen umfassen die allgemeinen, gemeinhin akzeptierten Erwartungshaltungen an das Verhalten von Frauen und Männern. Diese Konventionen manifestieren sich in der alltäglichen Lebenspraxis. In Familie, Beruf und Gesellschaft. Zwischen Erwartung und der tatsächlich empfundenen oder gelebten Geschlechterrolle liegen jedoch häufig Welten. Gender als gesellschaftliches Konstrukt versus Sex als biologische Kategorie – ist diese Unterscheidung noch zeitgemäß? Wo sind die Grenzen des Weiblichen? Was zeichnet es aus? Gibt es „das Weibliche“ überhaupt?
Insgesamt 16 Berufsfotograf*innen bedienen sich künstlerisch ihres Mediums, sie geben ihren persönlichen Blick preis, die Fotografie wird so zum sichtbaren Ausdruck des Seins und Brennglas für den individuellen Blick auf gesellschaftliche Prozesse. So vielfältig wie die eigne Identität oder das Rollenverständnis im 21. Jahrhundert sein kann, so vielfältig sind auch die künstlerischen Arbeiten: Intime Einblicke in die Schwangerschaft, das Sichtbarmachen von Transformationsprozessen auf körperlicher oder seelischer Ebene, der Einblick in die intimsten Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern oder das Erinnern an die eigene Großmutter. In Reportageform, abstrakt oder experimentell – mit Fragen nach dem „Weiblichen“ als gesellschaftliche Metapher, dem Reflektieren von Körper, von Schönheitsidealen oder Zuschreibungen von innen und außen entsteht ein vielfältiger künstlerischer und inhaltlicher Diskurs.
she* ist ein Angebot an das Publikum, sich durch 16 individuelle Perspektiven mit der eigenen Identität, der Identität anderer, mit gesellschaftlichen Zuschreibungen und Umbrüchen auseinanderzusetzen und dabei die vielgestaltigen Herangehensweisen und Formsprachen der Fotograf*innen zu erkunden.





